
Historie
Frankfurt: Ursprung und Hauptsitz der Degussa bis 2001. 128 Jahre lang, bis zur Fusion der Degussa-Hüls AG und der SKW Trostberg AG zur neuen Degussa AG im Februar 2001, wurden die Geschicke des Unternehmens Degussa von Frankfurt aus geleitet.
Im Zeichen von Gold und Silber
Die Entstehung der Deutschen Gold und Silber-Scheideanstalt (ab 1980 Degussa AG) in Frankfurt auf dem Gelände am Main ist eng mit der Stadtgeschichte verbunden. 1841 beschloss der Rat der Freien Stadt Frankfurt, Friedrich Ernst Roessler als Münzwardein nach Frankfurt zu bestellen. Der Rat übertrug ihm die Verantwortung für die Prüfung von Feingehalt und Gewicht der in Frankfurt geprägten Münzen und beauftragte ihn, im Gebäude der städtischen Münze einen Scheidebetrieb für Edelmetalle einzurichten. Diese Edelmetallscheideanstalt bildete den Ursprung der Degussa in Frankfurt.
Der Betrieb in der städtischen Münze befand sich im Herzen Frankfurts auf einem Grundstück, das ab 1848 als Münzgasse 20 ausgewiesen wurde. Da die Räumlichkeiten in der Münze bald zu eng wurden, machte sich Roessler auf die Suche nach einem neuen Produktionsstandort. Er fand eine geeignete Liegenschaft in der Schneidwallgasse, in unmittelbarer Nähe der städtischen Münze. Diese Liegenschaften, damals als Schneidwallgasse 6 und Papageigasse 5 und 7 ausgewiesen, bilden noch heute das Herzstück des Areals.
1887 errichtete Degussa an der Schneidwallgasse den ersten Verwaltungsneubau. Ein weiteres Bürogebäude entstand 1905 in der Weißfrauenstraße. Als Ersatz für dieses im Zweiten Weltkrieg zerstörte Gebäude wurde 1950 ein neuer Verwaltungsbau errichtet. 1955 rundete die Degussa ihr Areal zum Mainufer hin ab. Der Konzern kaufte von der Stadt Frankfurt das heute unter Denkmalschutz stehende Haus am Untermainkai 4. Es ist eines der wenigen verbliebenen rein klassizistischen Häuser in Frankfurt. Es folgte die Errichtung weiterer Gebäude: das Hochhaus am Theaterplatz (heute Willy-Brandt-Platz), die Gebäude an der Seckbächer Gasse, am Main und in der Neuen Mainzer Straße.
Auf dem von diesen Gebäuden eingeschlossenen Gelände begannen 1981 die Bauarbeiten für die neue Degussa-Hauptverwaltung. Der Kreuzbau wurde 1984, der Südbau mit Betriebsrestaurant zwei Jahre später bezogen. Der Standort Frankfurt war bis Februar 2001 Sitz der Hauptverwaltung des Degussa-Hüls-Konzerns.
Der heutige Degussa-Standort Frankfurt ist Sitz der Geschäftsbereiche Advanced Fillers & Pigments, Aerosil & Silanes und Building Blocks sowie zahlreicher Serviceeinheiten. Rund 1.000 Mitarbeiter arbeiten in den Büroflächen, die Degussa im Jahr 2005 nach dem Verkauf des Areals an die Investment- und Entwicklungspartner Morgan Stanley und Deutsche Immobilien Chancen langfristig zurückgemietet hat.
Mehr Details zur Nutzungshistorie:
http://www.degussa-geschichte.de/geschichte/de/standorte/frankfurt/




